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Eichhörnchen melden: Ergebnisse eurer Beobachtungen
Wie viele Meldungen von Eichhörnchen gab es, wann und wo? Welche Fellfarben hatten die Eichhörnchen? Was haben die Eichhörnchen gemacht? Schon rund 70.000 Meldungen aus mehreren Projektjahren geben darüber Aufschluss. Vielen Dank fürs Mitmachen! Schauen Sie sich die Ergebnisse für ganz Bayern, die einzelnen Regierungsbezirke oder deinen Landkreis an. Mit den Jahresfiltern können Sie zudem Entwicklungen nachvollziehen!
Obwohl Eichhörnchen bekannt und beliebt sind, weiß man erstaunlich wenig über sie. Wo genau in Bayern leben Eichhörnchen? Wie kommen sie in unserer modernen Landschaft zurecht? Wie entwickelt sich ihr Bestand? Je mehr wir über die kleinen Hörnchen wissen, umso besser können wir sie und ihre Lebensräume schützen.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Seit dem Start unseres Citizen-Science-Projekts „Eichhörnchen in Bayern“ im April 2020 sind beeindruckende 91.000 Eichhörnchen in über 74.000 Meldungen dokumentiert worden (Stand: 30.11.2025). Damit liegt erstmals eine umfangreiche, bayernweite Datengrundlage vor, die wertvolle Einblicke in Verbreitung, Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen der Tiere ermöglicht.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen: Eichhörnchen werden besonders häufig in Städten und Siedlungsräumen beobachtet – rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus bebauten Gebieten. Wälder und landwirtschaftlich geprägte Flächen folgen mit deutlichem Abstand. Das deutet darauf hin, dass Eichhörnchen in städtischen Grünanlagen besonders gut zu beobachten sind, aber nicht unbedingt, dass sie ausschließlich dort leben.
| Jahr | Meldungen | Eichhörnchen | Eichhörnchen pro Meldung |
| 2020 | 7.943 | 10.313 | 1,30 |
| 2021 | 18.023 | 22.480 | 1,25 |
| 2022 | 9.370 | 12.461 | 1,33 |
| 2023 | 11.711 | 14.778 | 1,26 |
| 2024 | 15.931 | 18.214 | 1,14 |
| 2025 | 11.278 | 12.617 | 1,12 |
| Gesamt | 74.256 | 90.863 | 1,22 |
* Projektstart im April 2020
**Datenstand 30.11.2025
Neben der Anzahl der Tiere haben wir auch nach den verschiedenen Fellfarben der Eichhörnchen gefragt. Diese Information ist spannend für die Wildtierforschung, weil bestimmte Fellvarianten eine Anpassung an die jeweilige Umgebung sein könnten.
Die bisherigen Ergebnisse bestätigen ein deutliches räumliches Muster der Fellfarben:
- In Nordwestbayern dominieren weiterhin rote Eichhörnchen.
- In den östlichen und südlichen Regionen Bayerns wurden überwiegend dunkelbraune bis schwarze Tiere gemeldet.
- In Übergangslandschaften – etwa im Oberpfälzisch-Obermainischen Hügelland, im Unterbayerischen Hügelland oder auf den Isar-Inn-Schotterplatten – treten beide Farbvarianten etwa gleich häufig auf.
Auch eine Anpassung an die direkte Umgebung bzw. die Rindenfarben der Bäume lässt sich erkennen:
- In nadelwaldreichen Gebieten leben meist dunklere Eichhörnchen
- In laubwaldreichen oder tiefer gelegenen Regionen mit hohem Kiefernanteil kommen eher rote Tiere vor.
Diese Anpassung wird als ein Vorteil bei der Tarnung vor Fressfeinden gedeutet. Dunkles Fell bietet zudem eine bessere Wärmeisolierung und hilft den Tieren, in Regionen mit höherer Niederschlagsmenge und kühleren Temperaturen besser zurechtzukommen.
Vergleichbare Muster wurden bereits durch frühere Forschungen beschrieben. Die neuen Daten aus unserem Citizen-Science-Projekt zeigen, wie wertvoll kontinuierliche Beobachtungen sind.
Die Teilnehmer*innen konnten bei ihren Beobachtungen angeben, welchen Aktivitäten die Eichhörnchen gerade nachgingen – etwa ob sie kletterten, nach Futter suchten, sich jagten, über die Straße liefen oder andere Verhaltensweisen zeigten.
- Am häufigsten wurden kletternde Eichhörnchen sowie Tiere bei der Futtersuche gemeldet.
- Deutlich seltener beobachteten Teilnehmende die charakteristischen Verfolgungsjagden, die meist mit Revierverteidigung oder Paarungsverhalten zusammenhängen.
- Auch Eichhörnchen beim Kobelbau oder mit Jungtieren wurden mehrfach dokumentiert.
Über das Jahr verteilt zeigten sich klare Muster:
- Im Frühjahr und Sommer gab es die meisten Aktivitätsbeobachtungen.
- Das Verhalten „Eichhörnchen jagen sich“ trat häufiger in den ersten Monaten des Jahres auf.
- Meldungen „mit Futter“ und „andere Tätigkeiten“ überwogen besonders in den Sommer- und Herbstmonaten.
Diese Ergebnisse helfen, saisonale Verhaltensmuster und die Anpassung der Eichhörnchen an städtische Lebensräume besser zu verstehen.
| Tätigkeit | Anzahl |
| Eichhörnchen klettern | 37.548 |
| Eichhörnchen mit Futter | 26.958 |
| Andere Tätigkeit | 13.008 |
| Eichhörnchen jagen sich | 11.570 |
| Eichhörnchen läuft über Straße | 4.790 |
| Eichhörnchen tot | 1.147 |
Leider gehören auch Totfunde zu den eingegangenen Beobachtungen – sie liefern jedoch wertvolle Hinweise auf Gefahrenstellen.

Seit dem App‑Update Anfang 2024 können Nutzerinnen und Nutzer auch verendete Tiere erfassen. Seither wurden rund 1.150 Funde toter Eichhörnchen gemeldet.
Im Jahr 2025 erreichten uns bayernweit 476 Meldungen, davon rund 60 Prozent aus dem unmittelbaren Umfeld von Straßen. Besonders stark betroffen waren Land‑, Haupt‑ und Bundesstraßen.
Die meisten Einträge stammen aus städtischen und stadtnahen Gebieten, wo Verkehr und Siedlungsdichte das Risiko für die Tiere besonders erhöhen.
| Landkreis | Totfunde |
| München Stadt | 43 |
| Weilheim-Schongau | 22 |
| Nürnberg | 21 |
| Nürnberger Land | 14 |
| München Landkreis | 13 |
| Garmisch-Partenkirchen | 11 |
| Main-Spessart | 11 |
| Regensburg | 11 |
| Starnberg | 11 |
| Ansbach Landkreis | 10 |
| Kulmbach | 10 |
| Schweinfurt Stadt | 10 |
Die Auswertung der einzelnen Meldungen zeigt deutlich, dass Straßenverkehr das größte Risiko für Eichhörnchen darstellt.
Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen: In Regensburg und Zirndorf gingen die Totmeldungen im Umfeld neu errichteter Eichhörnchen-Seilbrücken deutlich zurück – ein starkes Argument für den weiteren Ausbau solcher Maßnahmen.







