Bundesländerindex Mobilität und Umwelt: Bayern letzter Platz
Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftlicher Ländervergleich, den das Forschungsinstitut Quotas im Auftrag von Allianz pro Schiene, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) erstellt hat. Der "Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2018/19" spiegelt die mobilitätsrelevanten amtlichen Statistiken und die verkehrspolitischen Weichenstellungen aller 16 Länder wieder.
Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz betonte: "Das Länderranking zeigt deutlich, dass Bayern mit der neuen Regierung die Überschreitungen des Stickstoffdioxid-Grenzwertes ambitioniert angehen muss. Von der neuen Staatsregierung fordern wir, dass dem Umwelt- und Verbraucherschutz endlich die Vorfahrt eingeräumt wird."
Auf Landesebene wurde in den letzten Jahren viel zu wenig getan, um die Klima- und Umweltziele zu erreichen. "Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Klimaschutzgesetz muss ehrgeizige Grenzwerte für Stickstoffdioxid und CO2, auch für den von der CSU oft geschonten Verkehrssektor, formulieren.", sagt Richard Mergner.
Für den BUND Naturschutz besonders kritisch sind auch die Folgen des Abgasskandals mit immer noch zu hohen Stickstoffdioxidwerten. Besonders in München, der Stadt mit der am stärksten belasteten Straße, werden immer noch die Bürger*innen viel zu hoher Luftverschmutzung ausgesetzt. "Bayern muss den Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und endlich ausreichende, effektive Maßnahmen für die Luftqualität in den bayerischen Städten umsetzen", kommentiert Richard Mergner, Sprecher des BUND Arbeitskreises Verkehr.
Für unsere Mobilität werden immer mehr neue Flächen aufwändig, kostspielig und umweltzerstörend erschlossen, doch für einen schonenden Umgang muss die vorhandene Verkehrsinfrastruktur endlich optimiert und verbessert werden. Hierzu kommentiert Martin Geilhufe, Landesbeauftragter: "Die im neuen schwarz-orangen Koalitionsvertrag vereinbarte Richtgröße von 5 Hektar Flächenverbrauch am Tag, muss zu einer verbindlichen Höchstgrenze werden. Die zukünftige Staatsregierung muss auf diese Ankündigungen konkrete Taten folgen lassen, damit es nicht bei Absichtserklärungen bleibt."
Baden-Württemberg (Platz 1), Thüringen (Platz 2) und Rheinland-Pfalz (Platz 3) sind deutschlandweit Spitzenreiter beim Thema nachhaltige Mobilität. Spitzenreiter Baden-Württemberg erreicht im Vergleich Bestnoten bei Verkehrssicherheit und Lärmschutz - trotz der hohen Stickstoffdioxidkonzentration in den Städten und löst damit Thüringen als Nummer eins im Ländervergleich ab. Hamburg (14), Niedersachsen (15) und Bayern (16) belegen im aktuellen verkehrspolitischen Länderranking die drei letzten Plätze. Im Bundesländerindex 2016/2017 waren Brandenburg (14), Bayern (15) und Hamburg (16) die Schlusslichter gewesen.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Die Langfassung des Bundesländerindexes (mit allen Einzelergebnissen) können Sie auf der Website der Allianz pro Schiene herunterladen:
www.allianz-pro-schiene.de/wp-content/uploads/2018/11/181106-Bundeslaenderindex-2018-19.pdf
Pressekontakt:
Martin Geilhufe, Landesbeauftragter: 0172/7954607