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Tiere und Pflanzen

Rettungsnetz für bedrohte Tiere: BN und BUND stellen Wildkatzenwegeplan vor

18.09.2007

Der Bund Naturschutz (BN) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern von den Umweltministern von Bund und Ländern die Einrichtung eines Wegenetzes für wandernde Tierarten. Die Verbindung der Lebensräume dieser Tiere sei in europäischen und deutschen Gesetzen wie Natura2000 zwar vorgeschrieben. Bisher gebe es jedoch keine Konzepte, dies auch umzusetzen. Deshalb überreichte der BN/BUND dem Vorsitzenden der Umweltministerkonferenz Eckhard Uhlenberg heute einen Wildkatzenwegeplan. Diese Wegekarte verzeichnet deutschlandweit mögliche grüne Korridore mit einer Gesamtlänge von rund 20 000 Kilometern. Die 50 Meter breiten und mit Büschen und Bäumen bewachsenen Korridore sollen auch durch Bayern führen. Mit der Einrichtung solcher Wanderwege sollen  vom Aussterben bedrohte Tiere wie die Wildkatze geschützt werden.

 

Sebastian Schönauer, stv. BN-Landesvorsitzender „Viele Waldtiere sind vom Aussterben bedroht, weil ihnen Platz zum Leben fehlt. Verkehrswege, Gewerbegebiete und für viele Arten nicht passierbare, ausgeräumte Ackerflächen schränken ihren Lebensraum immer mehr ein und werden zu unüberwindbaren Hindernissen. Bund und Länder müssen deshalb handeln und ein Rettungsnetz für Wildkatzen und andere bedrohte Tierarten einrichten.“

 

Als Symboltier dieses Naturschutzprojektes habe der BUND die Wildkatze gewählt, weil diese von Zersiedelung und Flächenzerschneidung besonders betroffen sei. „Zurzeit leben in Deutschland von ursprünglich mehreren Zehntausend Tieren nur noch höchstens 5 000 Exemplare. Gab es um 1900 noch große Populationen, leben die verbliebenen Wildkatzen heute weit verteilt in isolierten Waldgebieten. In Bayern leben v.a. dank eines seit 1984 laufenden Wiedereinbürgerungsprojektes des BN ca. 100 Tiere“, so Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN.

 

In Bayern sollen die unterfränkischen Vorkommen im Spessart, der Rhön und in den Haßbergen mit der Fränkischen Schweiz, dem Bayerischen Wald und Vorkommen in Thüringen verbunden werden. Der genaue Verlauf der Wege soll mit Landesbehörden und Grundstücksbesitzern abgestimmt werden.

 

Sebastian Schönauer, stv. BN-Vorsitzende:  „Der Wildkatzenwegeplan soll dafür sorgen, dass die Waldart Wildkatze auch durch offene, strukturarme Agrarlandschaften wandern kann. Gleichzeitig ist es jetzt möglich, lokale Naturschutzmaßnahmen in eine bundesweite Planung einzubinden. Die bedrohten und immer seltener werdenden Tierarten brauchen unseren besonderen Schutz Wir brauchen grüne Wege für Wildkatze und Co.“

 

Die fünf wichtigsten bundesweiten Korridore des Wildkatzenwegeplanes sollen den Harz, den Thüringer und den Bayrischen Wald sowie Pfälzer Wald, Schwarzwald und die Eifel miteinander verbinden. Diese Hauptachsen hätten eine Länge von insgesamt 2 000 Kilometern. Die weiteren Querverbindungen würden dann schrittweise dazu kommen.

 

 

 

 

Den „Wildkatzenwegeplan“ und weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.bund.net/wildkatze.

 

Pressekontakt: Wildkatzenwegeplan in Bayern: Dr. Kai Frobel

 

Fotos von der Überrabe an Minister Uhlenberg sind ab 18.9. 15.00Uhr  zu beziehen bei

Pressekontakt: bundesweiter Wildkatzenwegeplan: Mark Hörstermann, BUND-Naturschutzexperte, Tel.: 0 30-2 75 86 - 4 75, Fax: - 4 40, mark.hoerstermann@bund.net, www.bund.net

 

 

gez. Dr. Kai Frobel

BN-Referatsleiter Arten- und Biotopschutz

Tel. 0911/81878-19 oder 0911/81878-0
Fax 0911/86 95 68
eMail: kai.frobel@bund-naturschutz.de