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A99-Südring München: BN fordert Ende der Machbarkeitsstudie

Die gestrige Vorstellung der Zwischenergebnisse bestätigt die hohe Empfindlichkeit des Raumes

28.11.2008

Die gestrige Vorstellung des Zwischenberichtes zur Mach­bar­keitsstudie einer Süd-Autobahn durch die Autobahndirektion Südbayern bestätigt die Ablehnung der Autobahn durch den BN: Die beauftragten Gutachter haben klar festgestellt, dass es „keinen konfliktarmen Korridor“ für diese Autobahn gebe und der ganze Raum „hohen bis sehr hohen Raumwiderstand“ habe. Das ist nicht überraschend. Der BN hat daher bei der Vorstellung ein Ende der Machbarkeitstudie gefordert: „Jede vernünftige Planung ist an dieser Stelle zu Ende, daher muss auch die Machbarkeitsstudie nun sofort beendet werden.“ forderte Dr. Christine Margraf, Artenschutzreferentin des Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN). „Wenn nämlich klar ist, dass jede Trassenvariante derart gravierende ökologische Schäden und eine Zerstörung von Bannwald und eines einmaligen Erholungsraumes bedeutet, ist dies unüberwindbar – da helfen auch geplante Tunnels nicht.“  

 

Die Autobahndirektion muss auch endlich das Ziel aufgeben, den Südring bei der Novellierung des Bundesverkehrswegeplanes wieder einzubringen. „Die Autobahnplaner sollten endlich begreifen, dass die Zerstörung bayerischer Landschaften ein Ende haben muss – auch für sie gilt die bayerische Biodiversitätsstrategie, die die bayerische Staatsregierung vor einigen Monaten beschlossen hat.“ so Margraf in Anspielung auf die jüngsten höchst umstrittenen Autobahnbauten durch schönste bayerische Landschaften bei Füssen (A7, im Bau) und im Isental (A94, noch vor dem Gericht)

 

Christian Hierneis, Vorsitzender des Bund Natur­schutz in München (BN), ergänzt: "Hier werden Millionen von Euro vollkommen sinnlos ver­pulvert, während andernorts z.B. für den dringend nötigen Ausbau des öffentli­chen Nahverkehrs die Mittel fehlen." 

Es gibt keinen Zweifel: Eine Autobahn belastet die Menschen vor Ort massiv. Lärm und Abgase würden in die Siedlungsbereiche und in die Erholungsachsen Isartal und Würmtal getragen. Bei Inversionslagen würde die Konzentration von gesund­heits­gefährdendem Feinstaub in der Luft noch weiter zunehmen, obwohl die Grenz­werte bereits jetzt überschritten werden.

Die großen Wälder als einmaliger und zusammenhängender Lebens- und Erholungs­raum würden in kleine Teile zerschnitten, ein eklatanter Verstoß gegen die Vorgaben der Biodiversitätsstrategie des Freistaats Bayern. Diese gibt im Gegenteil den Erhalt und die Ausweitung unzerschnittener Lebensräume vor. Zudem steht das wunder­schöne Isartal als FFH-Gebiet unter europäischem Schutz. Auch würde die grüne Lunge des Ballungsraumes München zerstört, ein Ergebnis, das in Zeiten des Klima­wandels niemandem vermittelbar ist. Da diese Wälder Bannwald sind, würde zudem gegen das Waldgesetz verstoßen werden.

"Kein Mensch will diese Autobahn! Sie wäre eine Planung gegen die Menschen und die Natur. Sie stünde im Gegensatz zu den eigenen Vorgaben der bayerischen Staats­regierung und zu den Notwendigkeiten einer zukunftsfähigen Entwicklung des Ballungsraumes München. Eine A99 Süd wäre eine ökologische Katastrophe und ein  verkehrspolitischer Kardinalfehler" ergänzt Martin Hänsel, stellver­treten­der Geschäftsführer des BN.

Statt Verkehrsprobleme im Raum München zu lösen, würde eine Autobahnplanung die derzeitige Situation sogar noch verschärfen. Nötig wäre eine Weiterentwicklung der Mobilität im Ballungsraum hin zu flächensparenden, umweltfreundlichen und energieeffizienten Konzepten. Eine Autobahn würde diese dringend nötigen Struk­tur­veränderungen verhindern. Die benötigten finanziellen Mittel würden bei Bau und Unterhalt der A99 Süd verbrannt. Und städteplanerische Konzepte, die Wege vermeiden, statt immer neue Verkehrsströme zu produzieren, würden nicht um­gesetzt.

 

Der BN wird nun zusammen mit anderen Bürgergruppen, Bürgerinitiativen und Gegnern des Südrings den Widerstand gegen die ökologisch und ökonomisch verheerende Planung intensivieren.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:
Dr. Christine Margraf, Artenschutzreferentin Südbayern, BN-Fachabteilung München, Pettenkoferstraße 10a/I, 80336 München. Tel.: 089/548298-89, christine.margraf@bund-naturschutz.de 

 

Martin Hänsel, BN-Kreisgruppe München,
Tel. 089 / 51 56 76 - 76