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Tiere und Pflanzen

Bund Naturschutz zieht Grüne Bilanz 2009

Flächenfressende Großprojekte erfolgreich gestoppt - Schwerpunkte 2010: Biodiversität, Klimaschutz, Gentechnikfreiheit

18.02.2010

"Der Bund Naturschutz ist stolz auf seine Kreis- und Ortsgruppen in Mittelfranken. Zusammen mit vielen Bürgerinitiativen und befreundeten Verbänden haben die Aktiven 2009 sehr viel für Natur-, Umwelt- und Gesundheitsschutz erreicht. Das in ehrenamtliche Engagement hat sich gelohnt", so Richard Mergner, der Landesbeauftragte des BN.

 

Das vom BN unterstützte Volksbegehren Nichtraucherschutz hat in Mittelfranken die Hürden bei der Eintragung locker übersprungen. Kein einziger Acker wurde mit gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut, stattdessen wachsen und gedeihen die Bündnisse gegen Gentechnik in der Metropolregion.

Etliche klimaschädliche und flächenverbrauchende Großprojekte konnte der BN gemeinsam mit anderen verhindern. An erster Stelle steht dabei das erfolgreich bekämpfte Großprojekt der Firma Center-Parcs, die in der Dennenloher Heide fast 150 Hektar Wald roden und 800 Ferienwohnungen mit Infrastruktur bauen wollte. Gemeinsam mit Bürgerinitiativen konnten zwei Bürgerentscheide gewonnen werden und so die Bebauung des Altfeldes in Zirndorf und ein Großeinkaufszentrum auf der grünen Wiese in Röttenbach gestoppt werden. Die geplante Nordspange zum Flughafen Nürnberg wackelt und über den Riesen-Christus in Wassertrüdingen wird nur noch gewitzelt.

 

"Unsere mittelfränkischen Kreisgruppen waren bei Anti-Atomkraft-Demos aktiv, manche Aktive sogar in Kopenhagen beim Klimagipfel und überall wurden wieder tausende von Kröten und Fröschen gerettet. Dass wir mittlerweile mit großen Veranstaltungen wie der Kirschkerwa in Kalchreuth, dem Tag der Regionen im Nürnberger Land oder dem Reichswaldfest in Nürnberg großen Zuspruch bei der Bevölkerung erleben, motiviert uns für die Zukunft", so Mergner.

 

Der Mitgliederstand blieb mit 25.000 Mitgliedern und Förderern in Mittelfranken stabil.

 

"Wir müssen allerdings immer noch Rückschläge verkraften. Auch 2009 marschierte Mittelfranken beim Flächenverbrauch für Straßenbau, Gewerbegebiete und Wohnsiedlungen weiter in die falsche Richtung. Klimafreundliche und nachhaltige Siedlungs- und Verkehrspolitik ist in vielen Gemeinden trotz Bevölkerungsrückgangs nicht in Sicht. Unsere Landschaft wird weiter so verschandelt. Auch das Waldsterben ging klimabedingt weiter. Leider ging auch ein Bürgerentscheid gegen eine Ortsumfahrung von Dinkelsbühl, den der BN unterstützte, verloren.", so Mergner.

 

 

Mittelfrankens Reichtum bewahren im internationalen Jahr der Biodiversität 2010

 

Zum Schutz der gefährdeter Arten werden wieder in fast allen mittelfränkischen Landkreisen im Frühjahr wiederAmphibienaktionen durchgeführt und dabei wie in den Vorjahren mehrere zigtausend Kröten und Frösche gerettet. Infos finden Interessierte unter amphibien.bund-naturschutz.de.

 

In allen Kreisgruppen werden 2010 umfangreiche Biotoppflegemaßnahmen durchgeführt und dabei Hecken gepflanzt, Streuobst vermarktet oder Weiher renaturiert. Dafür benötigt der BN immer ausreichend helfende Hände und bittet bereits jetzt vor der Saison um Unterstützung. In Mittelfranken betreut der BN derzeit 195 Hektar eigene Flächen und 178 Hektar gepachtete Biotope. Bayernweit werden 2.650 Hektar schutzwürdiger Lebensräume betreut.

 

2010 wird der BN in Mittelfranken nicht nur seine Projekte wie SandAchse Franken, Karpfen pur Natur (Höchstadt-Herzogenaurach), Kirsche (Erlangen), Hutanger (Nürnberger Land), Huteeichen und Bachmuscheln (Neustadt/A. - Bad Windsheim), Biberberater oder Streuobsterhalt und -vermarktung (z.B. Ansbach) fortführen, sondern neue Projekte auf den Weg bringen. Darunter eine Erfassung des Pflanzenbestandes in der Wengleinschen Vogelschutzanlage in Schwabach, Monitoring vonBibergebieten in Ansbach, eine internationale Libellentagung in Rothenburg o.d.T. u.v.a.

 

Der künftige Nationalpark Steigerwald am Nordrand Mittelfrankens in Oberfranken wird ein fränkischer Schwerpunkt 2010. Dazu werden Besucherfahrten, Vorträge und Aktionen durchgeführt, die auch die „Jobmaschine Nationalpark“ herausstellen werden. Der BN will die dort noch vorhandenen alten Buchenwälder mit ihren herrlichen Waldbildern retten und der Region eine zukünftige Einnahmequelle im Naturtourismus zu ermöglichen.

 

Gegen die Wiederauflage der "Wegschneiden-Ideologie" bei Stadtbäumen wird der BN dranbleiben müssen. Ob in Nürnberg (Archivpark) oder anderswo. Überall wird unter dem Deckmantel der "Verkehrssicherungspflicht" und der "Anpassung an den Klimawandel" alter Baumbestand zur Disposition gestellt.

 

Der BN wird in allen Landkreisen Mittelfrankens wieder ein ambitioniertes Programm anbieten, um für Artenvielfalt und Naturschönheiten zu werben. Spaß und Naturerleben stehen dabei im Vordergrund. Das Erfolgsprojekt "Sehnsucht Wildnis", begonnen 1996 in Nürnberg läuft mittlerweile im gesamten Großraum um Nürnberg. Beteiligt sind die Kreisgruppen Nürnberg Stadt, Fürth-Stadt, Erlangen, Schwabach, Neustadt/A. - Bad Windsheim und Nürnberger Land. Kindergruppen und Schulklassen können darin 'Naturerfahrung hautnah' buchen. Mit der Artenschutzwoche im Landkreis Ansbach setzt der BN 2010 zusammen mit Partnern wieder Maßstäbe in der Umweltbildung West-Mittelfrankens. Ökologische Kindergeburtstage und geführte Exkursionen mit SeniorInnen gehören genauso zum Angebot wie eine Kamera am Storchennest in Dinkelsbühl. Die Kreisgruppe Roth wird wieder ca. 80 Veranstaltungen anbieten und im Landkreis Ansbach wird es wieder Umweltbildung unter dem Slogan "Klassenzimmer Natur" geben.

 

Das Naturschutzzentrum Wengleinpark, umgezogen ins Grüne Zentrum in Henfenfeld, wird 2010 wieder etliche Veranstaltungen z.B. den Tag der Regionen oder Führungen im renovierten Wengleinpark in Eschenbach u.v.a. anbieten.

 

Für gentechnikfreie Landwirtschaft und Landschaft in
Bayern

 

Die Initiativen für gentechnikfreie Lebensmittel werden durch die Schaffung weiterer gentechnikfreier Regionen (www.gentechnikfreie-regionen.de) und die mittelfränkische Unterstützung örtlicher Proteste an Aussaatstandorten (z.B. in Unterfranken) fortgeführt.

 

Unser Ziel bleibt, dass kein einziger Acker in Mittelfranken mit gentechnisch verändertem Saatgut bestellt wird. Darüber hinaus wird der BN seine Aktivitäten verstärken, auch bei den Futtermitteln Gentechnikfreiheit zu erreichen.

 

Die Initiative für eine gentechnikfreie Metropolregion Nürnberg ist dafür ein guter Ansatzpunkt.

 

Mit Kundgebungen, Vorträgen und einem Besuch des kanadischen Kronzeugen gegen die Gentechnik, Percy Schmeiser bei der Landestagung des BN in Fürth, Infoständen oder dem Verkauf von gentechnikfreiem Popcorn wird der BN in ganz Mittelfranken für Gentechnikfreiheit werben.

 

Aktiv für umfassenden Klimaschutz

 

Der BN wird in Mittelfranken intensiv über die Vorteile des Energiesparens durch Wärmedämmung oder z.B. durch Abschalten von Standby-Betrieb aufklären.

 

Die Kreisgruppen werden dazu wie bisher Vortragsreihen, Ausstellungen und Exkursionen anbieten, mit den Energieagenturen kooperieren und Initiativen wie "Energiebündel" in Roth und Schwabach vorantreiben.

 

Dazu gehören auch Aktionen zum Atomausstieg, um die Blockade einer Energiewende durch die Atomstromkonzerne wie EON, Vattenfall, EnBW oder RWE und deren Unterstützer in der Politik aufzuzeigen.

 

Klimaschutz heißt aber auch das Vermeiden von Fehlentwicklungen, die den Energieverbrauch der Zukunft anheizen würden. Der BN wird deshalb die Verkehrswende immer wieder und bei jedem Straßenbauprojekt einfordern. Bayern ist straßenbautechnisch völlig erschlossen, ein weiterer Ausbau der Straßeninfrastruktur unverantwortlich.

 

Derzeit sind geplant: Der sechsspurigen Ausbau der Autobahn A3, die Südumfahrung Buckenhof-Uttenreuth-Weiher, die Nordspange zum Flughafen Nürnberg, der kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellweges in Nürnberg, die Ortsumfahrung Reichenschwand im Pegnitztal (B 14neu), die Spange Rothenburg o.d.T, Ausbau der B8 bei Eggensee, die Ortsumfahrung Katterbach (B 14), eine Ortsumfahrung Dinkelsbühl (B 25), eine Südwesttangente Feuchtwangen (B 25), eine Südanbindung des Gewerbegebietes Nürnberg-Feucht u.v.a.

 

Zur Vermeidung unnötigen Verkehrs setzen wir auf Regionale Wirtschaftskreisläufe. Der 13. Tag der Regionen im Landkreis Nürnberger Land wird 2010 wieder stattfinden. Die Großveranstaltung des vom BN mitgetragenen Naturschutzzentrums Wengleinpark zieht mittlerweile deutschlandweit die meisten BesucherInnen an. Der 17. Wein-, Bauern- und Handwerkermarkt in Scheinfeld wird ebenfalls für kurze Wege, Vermeidung klimaschädlichen Verkehrs, Erhalt ländlicher Arbeitsplätze und der fränkischen Kulturlandschaft werben.

 

Der BN wird 2010 weiter für die Stadt und das Dorf der kurzen Wege werben und dazu mit der Ausstellung des Bündnisses zum Flächensparen "Wie wohnen, wo leben? Flächen sparen Qualität gewinnen" für Diskussionen um die Städte und Dörfer der Zukunft sorgen.

 

Klimaschutz heißt aber auch Moor-, Wald- und Bodenschutz. Moore speichern am besten, Waldböden am zweitbesten und landwirtschaftlich genutzte Böden am drittmeisten CO2. Entwässerung der Moore, Rodung von Wäldern oder Bebauung landwirtschaftlicher Böden wird der BN entschiedenen Widerstand entgegensetzen.

 

Mit der Ausstellung "Kompost statt Torf - Rettet die Moore" wird unsere Ortsgruppe Feucht weiter für Alternativen zum Torfabbau werben.

 

Der BN wird sich deshalb auch weiter gegen Wohn- und Gewerbegebiete einsetzen, die trotz der staatlichen Prognosen sinkenden oder nur noch geringen Bevölkerungszuwachses in Mittelfranken geplant werden. Damit wollen wir auch helfen, Bayerns Schönheit zu bewahren. Beispiele für geplanten Flächenverbrauch: Die o.g. Straßenplanungen, Rodungen im Reichswald für den Flughafen Nürnberg, Waldrodungen für das Gewerbegebiet am Leimbühl bei Feucht (Lkr. Nürnberger Land) oder Waldrodungen für die Ansiedlung der Lebenshilfe in Schwabach trotz vorhandener Alternativen. Auch das unnötige Gewerbegebiet Interfranken bei Feuchtwangen (Lkr. Ansbach) auf landwirtschaftlicher Fläche, die geplante Erschließung des Gewerbegebietes Südost in Heroldsberg (Lkr. Erlangen-Höchstadt) gegen den Willen großer Teile der Bevölkerung, der geplante Limes-Freizeitpark bei Ellingen (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen), ein weiteres Gewerbegebiet Bubenreuth-Möhrendorf Lkr. Erlangen-Höchstadt), das geplante Factory Outlet Center der Fa. Carlo Colucci bei Herrieden (Lkr. Ansbach), das FOC 360°derFa. Adidas-Salomon bei Herzogenaurach (Lkr. Erlangen-Höchstadt), die Planungen für die Ansiedlung eines Einkaufszentrums der Fa. Höffner bei Fürth u.v.a. werden weiter Thema sein.

 

Wie in den letzten Jahren bleibt der BN auch 2010 das grüne Gewissen in Mittelfranken, ob beim Kampf für die schöne Landschaft oder um die besten zukunftsfähigen Konzepte.

 

für Rückfragen

Tom Konopka, Regionalreferent für Mittelfranken

Fon 0911/81878-14 Fax 0911/869568 Mail tom.konopka(at)bund-naturschutz.de