Was interessiert Sie besonders?

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimakrise

Tiere und Pflanzen

Bund Naturschutz zieht Grüne Bilanz Oberfranken 2009 - Superjahr 2009: Fichtelgebirgsautobahn gestoppt

Schwerpunkte 2010: Biodiversität, Klimaschutz, Gentechnikfreiheit

22.02.2010

"Der Bund Naturschutz ist stolz auf seine Kreis- und Ortsgruppen in Oberfranken. Zusammen mit vielen Bürgerinitiativen und befreundeten Verbänden haben die Aktiven 2009 sehr viel für Natur-, Umwelt- und Gesundheitsschutz erreicht. Das in ehrenamtliche Engagement hat sich gelohnt", so Richard Mergner, der Landesbeauftragte des BN.

 

Das vom BN unterstützte Volksbegehren Nichtraucherschutz hat in Oberfranken die Hürden bei der Eintragung mit 13,3 % locker übersprungen.

 

Kein einziger Acker wurde mit gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut, stattdessen wachsen und gedeihen die Bündnisse gegen Gentechnik in der Region. In Stadt und Landkreis Bamberg wurde ein weiteres Bündnis gegründet.

 

Mit der Fichtelgebirgsautobahn konnte der BN gemeinsam mit den Bürgerinitiativen eines der klimaschädlichsten und flächenverbrauchendsten Großprojekte Bayerns nach letztlich 30 Jahren Kampf verhindern. 400 Hektar Landschaft sind damit gerettet. In Wunsiedel konnte zusammen mit einer BI ein riesiges Pumpspeicherbecken im Röslautal und am Kösseinemassiv gestoppt werden. Der vom BN unterstützte Bürgerentscheid gegen eine weithin das Ahorntal (Lkr. Bayreuth) beeinträchtigende Fotovoltaikanlage wurde gewonnen. Auch eine geplante Rastanlage bei Staffelbach (Lkr. Bamberg) an der A 70 konnte zusammen mit einer BI vereitelt werden.

 

"Unsere oberfränkischen Kreisgruppen waren bei Anti-Atomkraft-Demos aktiv, und überall wurden wieder tausende von Amphibien gerettet. Allein im Landkreis Bamberg waren es 31.831 Frösche, Kröten und Molche. Mit der Festveranstaltung 20 Jahre Grünes Band im Dezember in Hof setzte der BN am Jahresende ein weiteres Glanzlicht des bayerischen Naturschutzes in Oberfranken", so Mergner.

 

Der Mitgliederstand blieb mit knapp 15.000 Mitgliedern und Förderern in Oberfranken stabil.

 

"Wir müssen allerdings immer noch Rückschläge verkraften. Auch 2009 marschierte Oberfranken beim Flächenverbrauch für Straßenbau, Gewerbegebiete und Wohnsiedlungen weiter in die falsche Richtung. Klimafreundliche und nachhaltige Siedlungs- und Verkehrspolitik ist in vielen Gemeinden trotz erheblichem Bevölkerungsrückgang nicht in Sicht. Unsere Landschaft wird so weiter verschandelt. Auch das Waldsterben ging klimabedingt weiter", so Mergner.

 

Besonders ärgerlich ist für den BN der Fortgang der Auseinandersetzungen um den illegalen Bau einer Straße im Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebiet am Walberla durch das Verhalten der Behörden. Die Regierung von Oberfranken und das Landratsamt Forchheim leisteten durch einen faulen Kompromiss dem Niedergang des Umweltrechts Vorschub. Eher peinlich für die Stadt Kronach dürfte deren Entscheidung zu werten sein, wegen der kritischen Haltung des BN zu weiterem Straßenbau aus dem BN auszutreten und dies auch mit den Kosten zu begründen. Gerade Kronach profitiert durch die Umweltstation "Stadtoase" in besonderem Maß von der ehrenamtlichen Arbeit des BN.

 

 

Oberfrankens Reichtum bewahren im internationalen Jahr der Biodiversität 2010

 

Zum Schutz der gefährdeter Arten werden wieder in fast allen oberfränkischen Landkreisen im Frühjahr wiederAmphibienaktionen durchgeführt und dabei wie in den Vorjahren mehrere zigtausend Kröten und Frösche gerettet. Infos finden Interessierte unter amphibien.bund-naturschutz.de.

 

In allen Kreisgruppen werden 2010 umfangreiche Biotoppflegemaßnahmen durchgeführt und dabei Hecken gepflanzt, Streuobst vermarktet oder Weiher renaturiert. Dafür benötigt der BN immer ausreichend helfende Hände und bittet bereits jetzt vor der Saison um Unterstützung. In Oberfranken betreut der BN derzeit 207 Hektar eigene Flächen und 108 Hektar gepachtete Biotope. Bayernweit werden 2.650 Hektar schutzwürdiger Lebensräume betreut.

 

2010 wird der BN in Oberfranken nicht nur seine Projekte wie Grünes Band, SandAchse Franken (Bamberg, Forchheim), Steinachtal-Linder Ebene (Coburg, Kronach), Thanner Grund (Kronach), Schachblume (Bayreuth), Weidewelt - Vieh(l)falt im Frankenwald (Kronach, Kulmbach, Hof), Goldschrecke (Hof), Quakbrot (Kulmbach), Biberberatung (Ofr.), Wildkatze (Ofr.), Münster-ärpfl (Hof)oder Flussperlmuschel (Hof) fortführen, sondern auch neue Projekte auf den Weg bringen. Darunter eine Wiesenmeisterschaft in der Fränkischen Alb, die Erfassung der seltenen Rotflügeligen Schnarrschrecke im Kronacher Muschelkalkzug oder das Monitoring vonAmphibienwanderwegen in ganz Oberfranken, u.v.a.

 

Der künftige Nationalpark Steigerwald in Ober- und Unterfranken wird ein fränkischer Schwerpunkt 2010. Dazu werden Besucherfahrten, Vorträge und Aktionen durchgeführt, die auch die „Jobmaschine Nationalpark“ herausstellen werden. Der BN will die dort noch vorhandenen alten Buchenwälder mit ihren herrlichen Waldbildern retten und der Region eine zukünftige Einnahmequelle im Naturtourismus zu ermöglichen.

 

Gegen die Wiederauflage der "Wegschneiden-Ideologie" bei Stadtbäumen wird der BN dranbleiben müssen. Ob in Coburg (Albertsplatz) oder anderswo. Überall wird unter dem Deckmantel der "Verkehrssicherungspflicht" und der "Anpassung an den Klimawandel" alter Baumbestand zur Disposition gestellt.

 

Der BN wird in allen Landkreisen Oberfrankens wieder ein ambitioniertes Programm anbieten, um für Artenvielfalt und Naturschönheiten zu werben. Spaß und Naturerleben stehen dabei im Vordergrund. Die Erfolgsprojekte "Emil" in Hof, "Stadtoase" in Kronach sind mittlerweile voll etabliert. Kindergruppen und Schulklassen können darin 'Naturerfahrung hautnah' buchen. 2010 wird die Kreisgruppe Kulmbach eine weitere Umweltstation in Schlömen auf den Weg bringen. Aber auch alle anderen oberfränkischen Kreisgruppen bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen regelmäßig Vorträge, Exkursionen und Filme an. Die vom BN mitgetragene Ökologische Bildungsstätte Wasserschloss Mitwitz wird 2010 wieder etliche Veranstaltungen anbieten.

 

Für gentechnikfreie Landwirtschaft und Landschaft in
Bayern

 

Die Initiativen für gentechnikfreie Lebensmittel werden durch die Schaffung weiterer gentechnikfreier Regionen (www.gentechnikfreie-regionen.de) und die oberfränkische Unterstützung örtlicher Proteste an Aussaatstandorten (z.B. in Unterfranken) fortgeführt. Wie bisher wird der BN im Rahmen der Bündnisse und auch eigenständig Aktionen durchführen und Vorträge, Ausstellungen und Filme präsentieren.

 

Unser Ziel bleibt, dass kein einziger Acker in Oberfranken mit gentechnisch verändertem Saatgut bestellt wird. Darüber hinaus wird der BN seine Aktivitäten verstärken, auch bei den Futtermitteln Gentechnikfreiheit zu erreichen.

 

Die Initiative für eine gentechnikfreie Metropolregion Nürnberg ist dafür ein guter Ansatzpunkt.

 

 

Aktiv für umfassenden Klimaschutz

 

Der BN wird in Oberfranken intensiv über die Vorteile des Energiesparens durch Wärmedämmung oder z.B. durch Abschalten von Standby-Betrieb aufklären.

 

Die Kreisgruppen werden dazu wie bisher Vortragsreihen, Ausstellungen und Exkursionen anbieten, mit der Energieagentur Oberfranken kooperieren und Initiativen wie für ein Klimaschutzkonzept im Lkr. Wunsiedel vorantreiben. Im Frankenwald geht das erfolgreiche Projekt Bioenergiedörfer weiter.

 

Dazu gehören auch Aktionen zum Atomausstieg, um die Blockade einer Energiewende durch die Atomstromkonzerne wie EON, Vattenfall, EnBW oder RWE und deren Unterstützer in der Politik aufzuzeigen.

 

Klimaschutz heißt aber auch das Vermeiden von Fehlentwicklungen, die den Energieverbrauch der Zukunft anheizen würden. Der BN wird deshalb die Verkehrswende immer wieder und bei jedem Straßenbauprojekt einfordern. Bayern ist straßenbautechnisch völlig erschlossen, ein weiterer Ausbau der Straßeninfrastruktur unverantwortlich. Die Teilnahme von 8.000 RadlerInnen beim 1. Autofreien Sonntag im Weißmaintal bei Trebgast 2009 motiviert uns, in diese Richtung weiterzugehen. Die Kreisgruppe Kulmbach will 2010 z.B. einen Lückenschluss im Radwegnetz bei Trebgast erreichen.

 

Derzeit sind geplant: Die Südtangente in Bayreuth, die Umfahrung Kauerndorf / Untersteinach (B289), die Umfahrung von Stadtsteinach (B 303), der Ausbau der B 85 bei Kulmbach, eine Raststätte Drossenhausen (A73 bei Coburg), eine Ortsumfahrung Oberkotzau, eine Ortsumfahrung bei Arzberg (St 2176), eine Ortsumfahrung Kirchenbirkig (St 2163; Lkr. Bayreuth), eine Umfahrung bei Dormitz oder eine Westumfahrung Neunkirchen a.Br. u.v.a. Der BN hat in allen Verfahren seine Kritik fachlich begründet und klimafreundlichere, landschaftssparende und zukunftsfähigere Alternativen vorgeschlagen.

 

Bei der anstehenden Novelle des Bundesverkehrswegeplanes wird sich der BN für die Herausnahme der Fichtelgebirgsautobahn einsetzen und an der bestehenden Bundesstraße B 303 vor allem Lärmschutz einfordern.

 

Während die Klage gegen die Neubautrasse durch den Kelbachgrund bei Ebensfeld (St 2187; Lkr. Lichtenfels) weiterhin ruht, wird der BN gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Bayreuth zur Zulassung der Ortsumfahrung Melkendorf (St 2190) in Kulmbach vor den VGH in München ziehen. Es ist für den BN nicht akzeptabel, dass staatliche Behörden Gesetze nicht einhalten müssen, nur weil der BN sie nicht explizit in jeder Einzelheit darauf hingewiesen hat.

 

Der BN wird 2010 weiter für die Stadt und das Dorf der kurzen Wege werben und dazu mit der Ausstellung des Bündnisses zum Flächensparen "Wie wohnen, wo leben? Flächen sparen, Qualität gewinnen" für Diskussionen um die Städte und Dörfer der Zukunft sorgen.

 

Klimaschutz heißt aber auch Bodenschutz. Der Rodung von Wäldern oder Bebauung landwirtschaftlicher Böden wird der BN entschiedenen Widerstand entgegensetzen.

 

Der BN wird sich deshalb auch weiter gegen Wohn- und Gewerbegebiete einsetzen, die trotz der staatlichen Prognosen auf stark sinkende Einwohnerzahlen in Oberfranken geplant werden. Damit wollen wir auch helfen, Bayerns Schönheit zu bewahren. Beispiele für geplanten Flächenverbrauch: Die o.g. Straßenplanungen, die wieder aus dem Grab geholte Leiche Flugplatzneubau Coburg u.v.a. werden weiter Thema sein.

 

Wie in den letzten Jahren bleibt der BN auch 2010 das grüne Gewissen in Oberfranken, ob beim Kampf für die schöne Landschaft oder um die besten zukunftsfähigen Konzepte.

 

für Rückfragen

Tom Konopka, Regionalreferent für Oberfranken

Fon 0911/81878-14 Fax 0911/869568 Mail tom.konopka(at)bund-naturschutz.de