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Tiere und Pflanzen

Grüne Bilanz 2007 für Unterfranken

Schwerpunkte 2008 für Unterfranken

14.03.2008

Der Bund Naturschutz kann auch für Unterfranken eine positive Bilanz seiner Arbeit vor Ort ziehen.

Im Vordergrund der Aktivitäten in den neun Kreisgruppen und in den 101 Ortsgruppen standen der Einsatz für die Erhaltung  von Bayerns Schönheit und gegen unsinnigen Flächenverbrauch ebenso wie ein phantasievolles und attraktiv gestaltetes Umweltbildungsangebot für Jung und Alt.

Die für den BN in Unterfranken wichtigsten Erfolge und erfreulichsten Entwicklungen waren im vergangenen Jahr:

·     die Rettung des Eichwaldgebietes bei Alzenau (Lkr. Aschaffenburg) vor der drohenden Bebauung

·      der erfolgreichen Abschluss des Projektes SINNAllianz im Lkr. Bad Kissingen

·       der Rückzug der Investoren beim geplanten Motorsportzentrum „Rotapark“ (Ebern/Lkr. Haßberge)

Erfreulich ist auch die Entwicklung des Mitgliederbestandes:

·     der BN konnte landesweit erstmals einen Mitglieder- und Fördererbestand von 171.000 erreichen und damit sogar die CSU übertreffen.

·     In Unterfranken waren es zum Jahresende 2007 rund 16.000 Mitglieder und Förderer.

·     Allein im Landkreis Miltenberg hat der BN einen Zuwachs von 233 neuen Mitgliedern und Förderern zu verzeichnen.

Bayerns Schönheit bewahren – Flächenverbrauch stoppen

Im Rahmen dieser vom BN seit Jahren landesweit forcierten Kampagne sind 2007 auch vor Ort Flächen fressende Eingriffsprojekte verhindert und mit Erfolg Zeichen für einen Trendwandel gesetzt worden.

Eingriffsprojekte:

·     Das im Bereich des ehemaligen Standortübungsplatzes Ebern (Lkr. Hassberge) auf fast 300 Hektar im ausgewiesenen FFH-Gebiet geplante Motorsportzentrum „Rotapark“ wird dort nicht gebaut – die Investoren erklärten im Dezember 2007 ihren Rückzug. Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben sicher auch die massive Intervention des BN vor Ort und die von uns betriebene Klage beigetragen.

·      Das Eichwaldgebiet – ein 40 ha großer Biotopkomplex mit wertvollen Streuobstbeständen und vielen seltenen Arten, gleichzeitig unersetzliches städtisches Erholungsgebiet für Alzenau (Lkr. Aschaffenburg) wurde vor der drohenden Bebauung (auf 17 ha!) gerettet.

·     Bei der im FFH-Gebiet „Streuaue“ geplanten Ortsumfahrung Mittelstreu konnte auch 2007 nicht mit dem Bau begonnen und mussten statt dessen die Genehmigungsunterlagen erneut nachgebessert werden.

Artenschutz und Erhaltung der Biodiversität

Der Artenschutz und die Erhaltung der Biodiversität werden in Unterfranken seit vielen Jahren durch verschiedenste Aktivitäten gefördert – durch Amphibienrettungs- und Biotoppflegeaktionen, eigene Schutzprojekte für einzelne Arten oder gezielten Ankauf  wertvoller bzw. gefährdeter Biotopflächen.

Beispiele für erfolgreiche Initiativen und Projekte im Jahr 2007:

·   Das überregional bedeutsame „SiNNAllianz“-Projekt der Kreisgruppe Bad Kissingen wurde erfolgreich abgeschlossen. In nur fünf Jahren konnten entlang der Sinn 32 ha Wiesen durch Ankauf gesichert, zentrale Voraussetzungen zur Revitalisierung der Sinnaue und für ein umfassendes Pflege- und Entwicklungskonzept geschaffen, aber auch zahlreiche Umweltbildungsaktionen für Jung und Alt durchgeführt werden.

·   Mittelwald Iphofen: Ende Juli hat der Stadtrat von Iphofen beschlossen, den Stadtwald weitere 5 Jahre als Mittelwald zu bewirtschaften. Die wegen drastischer Reduzierung der staatlichen Fördergelder seit Juli 2005 drohende Aufgabe dieser ökologisch wie kulturhistorisch bedeutsamen Waldnutzungsform ist damit erst mal vom Tisch. Auch der BN hatte sich auf verschiedenen Ebenen intensiv für eine deutlich verbesserte Förderung für die letzten fränkischen Mittelwälder eingesetzt.

·   Ökologische Flurbereinigung Gochsheim: initiiert von einem BN - Mitglied haben hier Landwirte, Naturschützer und Gemeinde eng zusammengearbeitet, zahlreiche Biotopflächen neu geschaffen bzw. reaktiviert und so zur Wiedergutmachung alter Sünden zum gemeinsamem Nutzen beigetragen.

·   Schutz für den Schwarzstorch: Der erst im Frühjahr neu gegründeten Ortsgruppe Hohe Rhön (Lkr. Rhön-Grabfeld) ist es gelungen, künstliche Schwarzstorchhorste zu errichten und im Rahmen der Aktion „Zeit für Helden“ mit Jugendlichen mehrere Nahrungstümpel anzulegen: das hat die Lebensbedingungen und Ansiedlungschancen des scheuen Waldstorches in der Rhön entscheidend verbessert.

·   Amphibienschutz: Die Kreisgruppe Kitzingen hat mit dazu beigetragen, dass im Zuge des Straßenneubaus Michelfeld – Mainbernheim eine neu entwickelte Amphibien-Schutzanlage eingebaut wurde. Die wochenlange Betreuung brachte auch gleich im ersten Jahr den erhofften Erfolg.

Für ein gentechnikfreies Unterfranken

Good Food statt Gen-Food
Den Vorsatz, Unterfranken zur Hochburg des Gentechnikanbaus zu machen, stoppten im vergangenen Jahr die Kreis- und Ortsgruppen des BN mit zahlreichen kreativen Aktionen. Im Lkr. Schweinfurt (Unterspiesheim) wurde kurzfristig ein Protestmarsch organisiert, in Biebelried-Westheim fand mit fast 80 Traktoren und über 500 Bürgern ein „Grüner Ostermarsch“ statt und auf dem Kitzinger Marktplatz gab es die von vielen Verbänden und Parteien unterstützte Aktion „Gentechnikfrei am Markt“.

Auf fast 4 ha Fläche wurde damit der geplante Genmaisanbau gestoppt; zudem fasste auch der Kreistag Kitzingen einen ablehnenden Beschluss

Bund Naturschutz – größte ökologische Volkshochschule

Durch eine breite Palette ebenso phantasievoller wie attraktiver Umweltbildungsangebote haben in Unterfranken die Kreis- und Ortsgruppen des BN auch 2007 erfolgreich Sympathiewerbung für den Natur- und Umweltschutz betrieben und zahlreiche MitbürgerInnen zu umweltschonendem Verhalten motiviert.

Beispielhaft zu nennen sind hier:

·     das ebenso breite wie attraktive Aktions- und Informationsangebot der KR Würzburg auf der Mainfrankenmesse.
Unter dem Motto „Essen für den Klimaschutz“ gab es dort u. a. Schaukochen mit Küchenprofis, ein Forum für Umweltprojekte unterfränkischer Schulklassen und eine Kreativwerkstatt zum Basteln mit Naturmaterialien. Der BN bestritt damit erstmals eine ganze Messehalle.

·     das vom BN Miltenberg gestartete Pilotprojekt „Biokost im Pflegeheim“. Während auf Initiative des BN Schüler des Gymnasiums Erlenbach bei den BewohnerInnen des Altenheims Amorbach eine Imagekampagne durchführten, gelang es der KR Miltenberg Heimleitung und Küchencrew zu begeistern, aber auch Landwirte aus der Region als Partner zu gewinnen.

·     das vielfältige Programm der BN-Ökostation Unterfranken im Ökohaus Würzburg – v. a. zum Klimaschutz, Energieeffizienz und Naturerfahrung. Bei 190 Veranstaltungen sind damit über 3.000 BesucherInnen und 60 Schulklassen/Kindergärten erreicht worden.

·      Rhönschaf-Bastelaktion: Als Attraktion für Jung und Alt erwies sich die erstmals im Rahmen einer Schafschur angebotene Bastelwerkstatt für kleine Rhönschafe. Der Ansturm war so groß, dass die BetreuerInnen des BN vor Ort einen ganzen Schwung „Bastelsets“ improvisieren mussten.

 

Bund Naturschutz vor Ort – drumherum und mittendrin

Dass der BN vor Ort längst in der Mitte der Gesellschaft steht, zeigten nicht nur die Beteiligung unserer Kreis- und Ortsgruppen bei Festen und Veranstaltungen in bzw. mit Gemeinden (z. B. Hafenlohrtalfest), sondern auch die gute Resonanz bei eigenen Veranstaltungen (z. B. Apfelfest Ortsgruppe Ebern, Naturführungen und Exkursionen der Kreisgruppe Bad Kissingen) und das große Interesse von Kindern wie Erwachsenen am Informations- und Aktionsangebot bei Umweltmessen und ähnlichen Veranstaltungen (z. B. Ökomärkte in Aschaffenburg und in Erlenbach, Lkr. Miltenberg)

Als Indiz dafür wertet der BN aber auch die gute Kooperation mit und die engagierte Unterstützung durch Bürgerinitiativen bei Eingriffsprojekten
(z. B. Westumfahrung Würzburg).

Wenn im Jahr 2007 gleich mehrere Ortsgruppen ihr langjähriges Bestehen feiern konnten (z.B. 25 Jahre OG Kleinrinderfeld /OG Höchberg) und in den Landkreisen Aschaffenburg und Main-Spessart erneut Kindergruppengegründet wurden, ist dies für den BN der schönste Beweis dafür, dass seine Ziele bei Jung und Alt nicht nur eine positive Resonanz finden, sondern auch aktiv mitgetragen und überzeugend vertreten werden.

 Rückschläge und Fehlentwicklungen

Zu den schmerzlichsten Fehlentwicklungen zählt der BN v. a. den auch in Unterfranken anhaltenden Flächenverbrauch – für vielfach überdimensionierte und überflüssige Bau- und Gewerbegebiete auf Gemeindeebene ebenso wie für umwelt- und heimatzerstörerische Prestige-und Verkehrsprojekte (z.B. Ortsumfahrungen Mittelstreu und Volkach / Westumfahrung Würzburg).

 Schwerpunkte des BN in Unterfranken 2008

Unterfranken ist mit einem hohen Energieverbrauch, der täglichen Zerstörung von landwirtschaftlich nutzbaren Böden (bayernweit mehr als
20 Hektar), dem weiteren Verlust bäuerlicher Betriebe (bayernweit 5.000 pro Jahr), einer ungebremsten Forcierung des umweltschädlichen KFZ- und LKW-Verkehrs und länger werdenden Roten Listen gefährdeter Tiere und Pflanzen noch weit von einer nachhaltig-umweltgerechten Entwicklung entfernt.

 

Der Flächenverbrauch und die Energievergeudung durch Verkehrsprojekte werden wichtige Themen des BN bleiben.

Gefordert sieht sich der BN im Jahr 2008 v. a. im Einsatz gegen die quasi als Autobahnersatz geplante, dabei ebenso unnötig wie naturschädigende Westumgehung Würzburg, gegen die Ausweitung des Gentechnikanbaus und für den ersten fränkischen Nationalpark im Steigerwald.

 

Der Flächenverbrauch für Wohn- und Gewerbegebiete angesichts prognostizierter Bevölkerungsabnahme in Bayern wird unter dem Slogan "Bayerns Schönheit bewahren" weiter thematisiert werden. Dazu wird die neue Ausstellung "Wie wohnen - wo leben? Flächen sparen - Qualität gewinnen" auch durch Unterfranken  touren – schon jetzt gibt es dafür in fast allen unterfränkischen Landkreisen feste Termine.

Der BN wird dieses Jahr in Unterfranken seine Wächterrolle zur Sicherung des Staatswaldes noch intensiver wahrnehmen.

Die niederbayerischen Kreisgruppen können im Kampf um die frei fließende Donau ebenso mit breiter Unterstützung aus Unterfranken rechnen, wie die betroffenen MitbürgerInnen bei Zulassung des Volksbegehrens gegen den Transrapid.

Initiativen zum Klimaschutz werden weiter verstärkt. Insbesondere die Werbung für Wärmedämmung von Gebäuden als beste Umweltinvestition, die Verkehrswende Richtung Verkehrsvermeidung und -verlagerung auf die Bahn sowie Initiativen für Energiealternativen werden weiter vorangetrieben.

Mit Aktionen gegen Gentechnik im Essen will der BN den BürgerInnen mehr Sicherheit bei den Nahrungsmitteln verschaffen und eine Aufweichung des Gentechnikgesetzes verhindern.

Nicht zuletzt wird der Bund Naturschutz die Mitgliederwerbung zur Sicherung des unabhängigen BN verstärken. Die bewährte Umweltbildungsarbeit, die Biotoppflege und viele andere Themen bleiben selbstverständlich wichtige Aufgaben des BN.

 

Diese Schwerpunkte werden durch lokale Projekte in den Kreis- und Ortsgruppen ergänzt.

 

Auch 2008 wird der Bund Naturschutz das grüne Gewissen Unterfrankens bleiben.