Was interessiert Sie besonders?

Zur Startseite

Eichhörnchen beobachten und melden

Themen

  • Übersicht
  • Klimakrise

Tiere und Pflanzen

Preisträger der BN/LfL Wiesenmeisterschaft 2010 geehrt

Im Rahmen einer Vortrags- und Festveranstaltung im Hirschaider Gasthof Kraus wurden die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs von Bund Naturschutz (BN) und Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in der Frankenalb gewürdigt.

16.07.2010

Hirschaid, 16.07.2010

Der Wettbewerb  ist  2010 zum 2. Mal ausgeschrieben worden, 2009 hatte er erstmals im Bayerischen Wald stattgefunden.

„Die Wiesenmeisterschaft würdigt die Leistungen der Landwirte für den Erhalt der Blütenvielfalt in der Fränkischen Schweiz und die Attraktivität dieses Naturraums“, so Hubert Weiger, BN Landesvorsitzender, der in seiner Festrede auch auf die besondere Bedeutung von Wiesen und Weiden für die Artenvielfalt, den Boden- und  Hochwasserschutz, sowie die nachhaltige Milch- und Fleischerzeugung hinwies. „Artgerechte Tierhaltung von Rindern und Schafen und insbesondere die Futterkonservierung als Heu statt Silage sichert unsere standorttypischen blütenreichen Farbtupfer“, so Weiger.

 

Umweltstaatssekretärin Melanie Huml: "Wiesen sind wertvolle Lebensräume für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Das Vertragsnaturschutzprogramm des Bayerischen Umweltministeriums leistet einen wichtigen Beitrag für ihren Erhalt."

 

Jakob Opperer, Präsident der LfL zeigte sich sehr erfreut, dass sich insgesamt 40 Landwirte aus dem  Naturraum Oberfränkischer Jura/ Fränkische Schweiz  mit  insgesamt 70 Wiesen für den Wettbewerb angemeldet haben, und wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz hin. Er dankte auch den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den örtlichen Naturschutzbehörden und dem Verein für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) für Ihre Unterstützung.

 

Umweltstaatssekretärin Melanie Huml gratulierte allen Preisträgern und übergab dem 1. Preisträger, der Familie Norbert Braun aus Litzendorf-Tiefenellern im Landkreis Bamberg, einen Gutschein für ein Wohlfühlwochenende im Biohotel. Familie Braun bewirtschaftet einen  Nebenerwerbsbetrieb mit Mutterkuhhaltung und erhält die Auszeichnung für den „Grenzacker“, eine etwa 2 Hektar große farbenprächtige Salbei-Glatthaferwiese.

 

Persönlich beglückwünscht wurden die Preisträger auch von Jakob Opperer,  Hubert Weiger und von Wilhelm Wenning, Regierungspräsident von Oberfranken, der in seiner Rede die Wichtigkeit des Erhalts der bäuerlicher Landwirtschaft in seinem Regierungsbezirk betonte und den Landwirten für ihren Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft dankte.

 

Der zweiter Preis, eine Digitalkamera, ging nach Pegnitz - Körbeldorf im Landkreis Bayreuth, an die  Familie Günter Braun, einem Bio Milchviehbetrieb, für eine sehr artenreiche Hangwiese mit einer Vielzahl an seltenen „Rote Liste“- Arten.

 

Die vier dritten Preise, je ein Essensgutschein für ein Regionalessen im Wert von je 50 € gingen in die Landkreise Kulmbach, Bamberg, Lichtenfels und Bayreuth (siehe Anlage).

 

An elf Landwirte konnte ein vierter  Preis, ein Buchpreis vergeben werden.

 

Alle weiteren teilnehmenden  Betriebe erhielten eine Urkunde, sowie ein Foto ihrer Wiese und die Liste der auf ihrer Wiese vorkommenden Blütenpflanzen.

 

Große Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe

 

Von den  40 Landwirten kamen  17 Betriebe aus dem Landkreis Bamberg, Bayreuth folgte mit 12 Betrieben. Der Landkreis Lichtenfels war mit sieben Betrieben vertreten. Die restlichen Teilnehmer verteilten sich auf die Landkreise Forchheim (2) und Kulmbach (2).

 

Von den 40 Teilnehmern bezeichnen sich sieben als Vollerwerbsbauern, alle anderen sind als Neben- oder Zuerwerbsbetriebe einzustufen. In der Mehrzahl handelt es sich um kleinere Ackerbau- bzw. Gemischtbetriebe (13). Reine Grünlandbetriebe sind eher die Ausnahme (2).

Sieben Landwirte sind Mutterkuhhalter, in jeweils vier Betrieben werden Milchkühe bzw. Schafe gehalten. Weitere Schwerpunkte sind Kälbermast (1), Milchschafe (2), Milchziegen (1), Geflügel (2) und Streuobstanbau (2).

 

Die Bewertungkriterien

 

Alle Flächen waren im Mai von einer Vorjury begutachtet worden. Neben Artenreichtum und Anzahl an gefährdeten Blütenpflanzen wurden auch landwirtschaftliche Kriterien wie Futterwert und langfristige Nutzungssicherheit in die Beurteilung einbezogen. Die  Ausstattung mit landschaftstypischen Strukturen wie Einzelfelsen, Steinriegeln, Wiesengräben und die landschaftstypische Ausprägung der Vegetation fand ebenfalls Berücksichtigung.

 

Fünf der eingereichten Flächen, die hinsichtlich der vorgestellten Kriterien am besten abgeschnitten hatten, wurden Anfang Juni von einer Expertenrunde aus Landwirtschaft und Naturschutz nochmals besucht, um die Siegerbetriebe festzulegen.  Bei der Auswahl der

Siegerwiese stand die Jury, wie auch im Vorjahr, wieder vor einer großen Herausforderung, da fast jede der Wiese ein preiswürdiges Unikat darstellte.

 

 

In der Jury wirkten mit: Herr Volker Loch, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth, Leiter des Sachgebietes Agrarökologie, Herr Stephan Neumann, Höhere Naturschutzbehörde, Regierung von Oberfranken, Bayreuth,  Herr Dr. Gisbert Kuhn, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Agrarökologie, und Frau Marion Ruppaner, Agrarreferentin>des> Nürnberg.

 

 

Für Rückfragen:

 

Marion Ruppaner, BN-Agrarreferentin

Tel. 0911/81 87 8-20, E-Mail: marion.ruppaner@bund-naturschutz.de

 

Dr. Gisbert Kuhn, LfL, Institut für Agrarökologie,

Tel. 08161- 71-58 26, E-mail: gisbert.kuhn@lfl.bayern.de

 

Anlage:

 

Die Preisträger der BN/LfL Wiesenmeisterschaft 2010 und ihre Betriebe

 

Der erste Preis wurde Norbert Braun aus Litzendorf-Tiefenellern im Landkreis Bamberg zuerkannt.

Die etwa 2 Hektar  große Salbei-Glatthaferwiese des Nebenerwerbslandwirtes, seit 2009 bei Naturland, überzeugte die Jurymitglieder mit ihrer Vielfalt und Farbenpracht. Neben dem artenreichen und typisch ausgeprägten Bestand (mehr als 40 verschiedene Kräuter und Leguminosen, darunter die Rote-Liste-Arten Knöllchen-Steinbrech und Kümmel-Silge) zählten die hervorragende landschaftliche Einbindung, fachgerecht  gepflegte Hecken auf alten Terrassen, Waldrand mit schön ausgebildeten Säumen).

Norbert Braun hat viel Handarbeit in die Fläche investiert:  Teile der von den Gemeinde Litzendorf angepachteten Fläche konnten erst nach aufwändigen Entbuschungsmaßnahmen wieder bewirtschaftet werden. Auch die Teilnahme am neu aufgelegten bayerischen Heckenpflegeprogramm zeugt von dem außergewöhnlichen landschaftspflegerischen Engagement des Preisträgers.

Der Aufwuchs wird komplett an den Mutterkuh-Bestand (Rassen: Fleckvieh, Fränkisches Gelbvieh) verfüttert. Braun, der bei Naturland auch im Mutterkuh-Arbeitskreis aktiv ist, nennt das Kräuterheu „unsere Apotheke“. Der ideenreiche Landwirt denkt daran, den kleinen Nebenerwerbsbetrieb noch stärker auf Grünland auszurichten. Er stellt sich damit gegen den auch in Oberfranken zu beobachtenden Trend, immer mehr Wiesen in Maisäcker umzubrechen oder ertragsschwache Standorte aufzuforsten.

 

Norbert Braun darf sich jetzt zusammen mit seiner Frau auf ein Wohlfühlwochenende im Bio-Hotel freuen.

 

Der 2. Preis ging an Günther Braun aus Pegnitz-Körbeldorf im Landkreis Bayreuth.

Besonders preiswürdig war der Jury das Konzept einer „abgestuften Nutzung“, das  der Vollerwerbslandwirt mit Milchviehhaltung sowohl in seinem Gesamtbetrieb wie auch auf der prämierten Fläche vorbildlich umsetzt. Das heißt, der wüchsigere Unterhang der 1,6 ha großen Wiese wird zweimal im Jahr gemäht und dient vorrangig als Futterfläche für das Fleckvieh. Am Oberhang hat sich ein landschaftstypischer Halbtrockenrasen (über 40 Kräuter und Leguminosen) entwickelt, der nur einmal im Jahr gemäht wird und durch mehr als acht Rote-Liste-Arten besticht. Zu Beginn der Vegetationsperiode setzt der blaue Frühlings-Enzian einen unübersehbaren Akzent, im Frühsommer können seltene heimische Orchideen wie Fliegen-Ragwurz und Hohlzunge bestaunt werden.

Bei der Konzeption des offenen Freilaufstalles verbindet der ausgebildete Agraringenieur artgerechte Tierhaltung mit Wirtschaftlichkeit und Arbeitskomfort. Beim Fleckvieh setzt der Naturland-Demonstrationsbetrieb bewusst auf nicht enthornte Tiere.

Das hofeigene Fleisch aus Ochsen- und Färsenmast wird teilweise direkt vermarktet, Abnehmer für die Milch ist eine Biomilch verarbeitende Käserei. Außerdem wird die Produktpalette an regionale und überregionale Abnehmer vermarktet.

Auf den Zweitplatzierten wartet eine wertvolle Digitalkamera.

Vier dritte Plätze wurden vergeben an:

 

Herrn Michael Greim aus Marktschorgast, Landkreis Kulmbach

Der Vollerwerbsbetrieb mit Mutterkuhhaltung, Mitglied beim Demeterverband, hat gleich mehrere Flächen ins Rennen geschickt. Besonders gefallen konnte die 20 Hektar große, einschürige Tal-Feuchtwiese bei Trebgast in der Mainaue, die mit Knöllchen-Steinbrech, Wiesen-Bocksbart, Kümmel-Silge und Geflecktem Knabenkraut mehrere  Arten der regionalen Roten Liste aufweist.

Auch Betriebsorganisation und Vermarktung haben die Fachjury überzeugt:

Der Aufwuchs wird komplett an den Tierbestand verfüttert; eine Betriebsschwerpunkt ist die Züchtung von Angus-Rindern, die als Mutterkühe und Mastrinder gehalten werden. Mit einem Tiefstreu- und einem Liegeboxenstall können zwei tiergerechte Stallvarianten auf dem Öko-Demonstrationsbetrieb besichtigt werden. Darüber hinaus sind die Greims anerkannter Ausbildungsbetrieb für Landwirtschaft und ländliche Hauswirtschaft.

Das eingespielte Familienunternehmen vermarktet seine Fleisch- und Wurstwaren über den Hofladen, regionale Märkte sowie über die Erzeugergemeinschaft Ökofranken und Strohhalm.

 

Familie Irene und Otto Weiß aus Königsfeld, Landkreis Bamberg

Auch hier wurden mehrere Flächen angemeldet; am besten abgeschnitten hat letztlich die „Knockwiese“, eine 1,5 Hektar  große, mit zahlreichen Felsbuckeln durchsetzte Umtriebsweide. Auf den flachgründigeren Partien hat sich ein artenreicher Halbtrockenrasen entwickelt, der vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Hochsommer hinein immer wieder neue Blühaspekte bietet. Zu den auffälligsten Arten zählen Kühchenschelle, Flockenblume, Wiesen-Glockenblume, Salbei und Esparsette.

Greifvogelstangen und neu gepflanzte Einzelbäume erhöhen den ökologischen Wert der Extensivweide.

Punkten konnte der Naturland-Vollerwerbsbetrieb aber auch mit seinen verschiedenen Standbeinen, die der Familie gute Zukunftsperspektiven verheißen: So konnte ein eigener Metzger angestellt werden, der die Nutzung sämtlicher Fleischteile garantiert, ein eigener Hofladen und die Beschickung von regionalen Märkten sind feste Bestandteile der erfolgreichen Vermarktung. Neben der Mutterkuhhaltung setzt der Mischbetrieb auf Ackerbau und Schweinemast.

 

 

 

Herrn Hans Will aus Weismain, Landkreis Lichtenfels

Prämiert wurde eine etwa 4,2 Hektar große Heuwiese, die im Oberhangbereich in einen außergewöhnlich artenreichen und stellenweise sehr buntblumigen Halbtrockenrasen übergeht. Wiesen-Salbei, Pippau, Hufeisenklee und Margerite setzen blaue, gelbe und weiße Farbakzente.

Der weitläufige Bestand erstreckt sich über mehrere alte Terrassen und ist durch Hecken gegliedert. Die Hanglage erfordert beim Schwenden des Heus teilweise auch „händischen“ Einsatz.

Der Nebenerwerbsbetrieb gewinnt auf der Fläche wertvolles Pferdeheu, das in der näheren Umgebung reißend Absatz findet. Obwohl die Familie nur mehr bedingt von den Landwirtschaft lebt, versichert Hans Will: „Solange wir können, behalten wir die Wiese“.

 

Frau Margarete Häfner aus Mistelgau-Obernsees, Landkreis Bayreuth

Die  etwa 0,7 ha große Heuwiese ist wichtiger Bestandteil eines noch großflächigen Extensivwiesenkomplexes am Braunersberg nordwestlich Obernsees. Die teilweise steile Hangfläche, die mit viel Herzblut von den Nebenerwerbslandwirten gepflegt wird, gefällt durch den bunten Blühaspekt, der Ende Mai mit Wiesen-Pippau, Glockenblumen, Margeriten und viel Hornschotenklee seinen Höhepunkt erreicht. Der leguminosenreiche Aufwuchs wird an Kamerun-Mutterschafe verfüttert, eine robuste Haarschaf-Rasse, denen im Sommer eine gute Weide genügt, im Winter kommen sie mit Heu aus.

 

Alle vier 3. Preisträger erhalten je einen Gutschein für 2 Personen für ein Restaurant mit regionaler fränkischer Küche.

 

Die 4. Preisträger sind:

 

Herr Hans Kolb aus Hollfeld, Landkreis Bayreuth

Der Nebenerwerbslandwirt und Sprecher der Bioland-Gruppe Fränkische Schweiz ist ausgebildeter Landschaftsgärtner. Beste Voraussetzungen also für die 1 Hektar  große, mit Felsen (Knocks) und Streuobst durchsetzte Magerwiese, die als Pachtfläche bewirtschaftet wird. Der ehemalige Acker (Heublumenansaat auf Ausgleichsfläche) besticht heute durch einen bunten Blütenflor aus Labkraut, Flockenblume, Margerite, Wiesen-Salbei und Silberdistel.

 

Herr Georg Gagel aus Bad Staffelstein, Landkreis Lichtenfels

Die  prämierte, etwa 1 Hektar  große Koppelweide ist Teil eines größeren Weideverbundes, der auch Flächen der Gemeinde Bad Staffelstein umfasst. Der Nebenerwerbslandwirt hält Hochlandrinder, die Beweidung der floristisch hochwertigen Halbtrockenrasen und Bergwiesen erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde. Zu den auffälligsten Arten auf dem Steilhang unterhalb des Staffelberges zählt ein größerer Bestand an Akelei und Helmknabenkraut.

 

Herr Reinhard Ostermeier aus Hummeltal, Landkreis Bayreuth

Die ein- bis zweischürige, etwa 2 Tagwerk große Heuwiese gefällt durch ihre landschaftlich reizvolle Lage an einer weithin sichtbaren Bergkuppe („Deutes“). In den Steilhangbereichen muss der artenreiche und trotzdem wüchsige Aufwuchs, der vollständig an den Milchviehbestand verfüttert wird, teilweise mit „händischem“ Einsatz eingebracht werden. (Vater und Sohn sind echte Profis in Sachen Landwirtschaft, Reinhard Ostermeier ist hauptberuflich am Landwirtschaftsamt Bayreuth beschäftigt, der Sohn im Molkereifach.)

 

Herr Johannes Vogel aus Heiligenstadt, Landkreis Bamberg

Der junge Landwirt, der seinen Betrieb zusammen mit dem Onkel im Nebenerwerb bewirtschaftet, pflegt die ca. 0,5 Hektar große Gemeindefläche „Am Brunnen“ mit einer kleinen Mutterschafherde. Ohne den engagierten Einsatz würde der artenreiche, aber schwierig zu nutzende Halbtrockenrasen rasch unter einem Gehölzdickicht verschwinden. So aber blühen Salbei, Klee und Sonnenröschen um die Wette. Außer Schafen hält der ausgebildete Agraringenieur, der sich in seiner Diplomarbeit mit Milchschafhaltung beschäftigt hat, selbst noch einige Milchkühe.

 

Herr Fritz Wickles aus Pottenstein, Landkreis Bayreuth

Die knapp 1,3 Hektar große „Wangerleite“ wird als einschürige Heuwiese genutzt. Die Fläche überzeugt gleichermaßen durch die landschaftlich attraktive Lage im Herzen der Fränkischen Schweiz, die typischen Landschaftsstrukturen (Waldrand mit gut ausgebildeten Säumen und Lesesteinen) und den artenreichen Bestand, der zwischen Wirtschaftswiese und Halbtrockenrasen vermittelt. Der fleißige Nebenerwerbslandwirt, der sich allein um seinen Grünlandbetrieb kümmert, hat sich mit dem Absatz von Vollmilchkälbern eine eigene Nische geschaffen.

 

 

Frau Iris Nemetschek aus Eggolsheim, Landkreis Forchheim

Preiswürdig ist die 0,4 Hektar große Obstwiese, die bereits seit 7 Jahren im bayerischen Streuobstprogramm ist, vor allem wegen ihres strukturreichen Baumbestandes. Zahlreiche Altbäume mit ökologisch wertvollen Morsch- und Totholzanteilen dürfen stehen bleiben, im Frühjahr breitet die Echte Schlüsselblume gelbe Blumenteppiche aus. Der kräuterreiche Aufwuchs wird an Kamerunschafe, eine robuste Haarschafrasse, verfüttert.

 

Frau Gerda Roderus aus Strullendorf, Landkreis Bamberg

Die etwa 2 Hektar große, langgestreckte Waldwiese oberhalb der Ortschaft

Zeegendorf ist das sorgsam gehegte Schmuckstück des Ehepaares, das die wertvolle Fläche in Kooperation mit einem örtlichen Landwirt unentgeltlich für die Allgemeinheit erhält. Zweifellos zählt die weitläufige Lichtung mit ihren zahlreichen Buchten und tiefbeasteten Randbäumen zu den optisch ansprechendsten Flächen des diesjährigen Wettbewerbs. Mit Berg-Klee, Kümmel-Silge, Laserkraut , Waldvögelein und Abgebissenem Pippau weist der artenreiche Halbtrockenrasen auch einige Raritäten auf.

 

 

Herr Helmut Wicklein aus Schney, Landkreis Lichtenfels

Die zweischürige, etwa 1 Hektar große Wiese mit dem kräuterreichen Aufwuchs (Zitat Wicklein: „Da möcht` ma glei selber neibeißen“) wird vollständig im eigenen Betrieb verfüttert. Der leguminosenreiche Bestand wird stellenweise vom gelben Hornschotenklee dominiert, der vor allem im trockenen bis wechselfeuchten, nicht zu intensiv genutztem Dauergrünland zu finden ist.

Milchvieh und Mutterkühe sind die wichtigsten Standbeine des Vollerwerbsbetriebes, der bei seinem Fleckvieh bewusst auf eine hornlose Zuchtlinie setzt, um die nicht unumstrittene Enthornung zu vermeiden. Milchviehbetriebe, die auf hofeigenes Grünfutter bauen, tragen maßgeblich zur Erhaltung artenreicher Grünlandbestände bei.

 

Herr Georg Richter aus Thurnau, Landkreis Kulmbach

Prämiert wurde die 4,7 Hektar  große Umtriebsweide wegen ihrer Weitläufigkeit und strukturellen Vielfalt. Fast die ganze Koppel ist mit einer dichten Schlehenhecke eingehegt, die von den Besitzern selbst gepflanzt wurde. Frau Richter freut sich als ausgebildete Kräuterpädagogin über den artenreichen Aufwuchs, der stellenweise in einen typischen Halbtrockenrasen übergeht.

Gehalten werden  sog. „Nolana“-Fleischschafe der englischen Landrasse „Whiltshire Horn“, die einen natürlichen Fellwechsel durchmachen.

 

Alle Vierten Preis Träger  erhalten attraktive Buchpreise.