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Tiere und Pflanzen

Prof. Karl Ganser erhält Bayerns höchsten Naturschutzpreis

Bund Naturschutz würdigt Einsatz des Stadtplaners für ökologische Belange

14.09.2007

Am Sonntag, 16.September, hat der Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN) den Bayerischen  Naturschutzpreis, die bedeutendste Naturschutz-Auszeichnung Bayerns, an Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Ganser verliehen.  

Mit dieser Ehrung, die mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft verbunden ist, würdigte  der BN Prof. Gansers jahrzehntelanges Engagement für Stadterneuerungsprojekte, den  Flächenschutz und die Belange des Natur- und Umweltschutzes. Mit seinen Erfahrungen im Amt für Stadtenwicklung in München unter dem damaligem Oberbürgermeister  Hans-Jochen Vogel, in der Leitung der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung sowie durch seine Arbeit als Abteilungsleiter im Städtebauministerium von Nordrhein-Westfalen hat Prof. Ganser, ein gebürtiger Mindelheimer, Meilen- steine für eine bürgernahe und die Grenzen des Wachstums beachtende Raumplanung und Stadtentwicklung gesetzt.  

Besonders mit der Leitung der internationalen Bauausstellung Emscher Park von 1989 bis 1999, bei der Prof. Ganser die ökologische und ökonomische Erneuerung einer landschaftlich geschundenen und  wirtschaftlich  geschwächten Region durchsetzte,  hat sich Prof. Ganser herausragende und bleibende Verdienste erworben. Nach dem Prinzip „Wandel ohne Wachstum“ setzte er dort eine Kreislaufwirtschaft im Flächen-  und Energieverbrauch, im Gebäudebestand und in der Wasserwirtschaft in Gang.  

Mit dem Bund Naturschutz verbindet Prof. Ganser neben seiner ehrenamtlichen Arbeit in Naturschutzprojekten der heimatlichen Kreisgruppe Günzburg der gemeinsame Kampf für „Bayerns Schönheit“, gegen den Flächenverbrauch und gegen die An- siedelung von Einzelhandelsgroßprojekten und Gewerbegebieten im Außenbereich.  

Prof. Ganser stellte seinen Festvortrag im Gaswerk Augsburg unter das Motto „Wildnis in der Stadt“. Der Präsident der Bundesarchitektenkammer, Prof. Arno Sieghart Schmid, hielt einen Vortrag über die „Bedeutung der Wildnis in der Architektur“.  

In seiner Laudatio würdigte der Landesvorsitzende des BN, Prof. Hubert Weiger, Prof. Ganser als „Persönlichkeit mit außergewöhnlichem Mut, Zivilcourage und Phantasie“; Ganser sei ein „bekennender Wissenschaftler“ im Gegensatz zu den vielen „Konjunktiv-Wissenschaftlern“ unserer Zeit.  

Prof. Ganser habe, so Weiger, den Natur- und Umweltschutz in Deutschland innovativ fortentwickelt und damit entscheidend geprägt. Gerade die Vernetzung, die Zusammen- schau verschiedener Disziplinen vom Denkmalschutz und der Baukultur über eine  ganzheitliche Stadt- und Regionalplanung bis hin zur Umwelt-, Landwirtschafts- und Energiepolitik zeichneten seine Arbeit aus.  

Das Gaswerk Augsburg bot der Preisverleihung ein beeindruckendes Ambiente. 1915 in Betrieb genommen, vereinigt seine Architektur Elemente des Jugendstils und des Neoklassizismus. Prof. Ganser hat für das 2000 stillgelegte Werk ein neuartiges Nutzungskonzept  entwickelt. Es soll Unternehmen aus dem Bereich „Kulturwirtschaft“ und Künstlern freie Entfaltungsmöglichkeiten bieten.   

Achtung: Bitte beachten Sie die Sperrfrist Sonntag, 16. Oktober, 11 Uhr. 

Ansprechpartner für Rückfragen:
Richard Mergner
BN-Landesbeauftragter
Tel. 0171 / 639 43 70